Wenn die Hormone Tango tanzen.

fullsizerenderWas Schmerzen angeht war ich immer schon sowas wie ein geborener Indianer. Ich hab es ausgehalten – sogar gut. Richtig gut.

Ich hatte seit meinem 14. Lebensjahr immer wieder mit chronischem „Klumpat“ zu tun. Unter anderem mit kindlichem Rheuma. Andere hatten sich in diesem Alter dafür interessiert welches Kleid sie zur Schule anziehen würden. Ich dagegen „interessierte“ mich dafür wie ich es schaffe die Füllfeder zu halten, da diese nicht für speziell dicke „Rheumabratschn“ gemacht waren.

Die Endometriose hingegen fordert mich speziell heraus. Eventuell hörte sie von meinen Indianerkräften 🙂 Nicht alleine wegen den tagtäglichen Unterleibsschmerzen, sondern die Sache mit den Hormonen. Die Erkrankung spielt sich rund um den Organismus der Frau. Gebärmutter – Eierstöcke – Eileiter – Zyklus usw. Die innere Mitte. Die Mitte die uns Kraft und Balance gibt. Die Endometriose fährt damit Achterbahn – tanzt Tango – feiert bis in die Nacht.

Ich war schon immer ein Wirbelwind, nahm kein Blatt vor dem Mund und machte mir vor nichts Sorgen. Die Endometriose änderte viel daran. Ein Wirbelwind bin ich immer noch, ich kann jetzt nur noch schneller vom 7. Himmel in die Hölle schießen – quasi in Lichtgeschwindigkeit. Ich wache morgens auf – die Welt dreht sich und ich mit ihr mit. Tanzend in der Küche freu ich mich auf den Tag. Fünf Minuten später nippe ich an meiner Tasse Tee, heulend und bade mich im Selbstmitleid warum bloß mir diese Scheiße passieren musste.

An solchen Tagen kämpfe ich stärker als an allen anderen. Ich bin noch müder als ich sowieso schon bin – antriebslos – schwarz denkerisch – ängstlicher. Aber genau an solchen Tage werde ich noch mehr daran erinnert nicht aufzugeben. Aus dem letzten Eck schnapp ich mir meine Reserven die ich an guten Tage zurücklege, hol mir mein schönstes Lächeln raus, setz mein Krönchen auf und schlag zurück.

Wie ich das mache? Der erste Schritt ist zuzulassen. Ich akzeptiere sie, meine Hormone, und tanze mit Ihnen den besten Tango den es gibt. Ich akzeptiere sie um sie loslassen zu können. Ich akzeptiere das mein Leben derzeit so ist wie es ist. Ich akzeptiere müde zu sein, antriebslos – schwarz denkerisch und ängstlich. Denn tief in meinem Inneren weiß ich,  das bessere Tage kommen.

Dann fange ich an mich zu bewegen. Eine Runde mit meinem Hund an der frischen Luft oder Yoga – meistens wird’s beides. 🙂  Yoga erinnert mich wieder daran im Moment zu leben. Mir keine Gedanken mehr über gestern zu machen & schon überhaupt nicht wegen morgen. Ich lebe den Moment & im Moment tanze ich Tango.

Um auf längere Sicht wieder ausbalanciert zu sein, kann auch die Ernährung ein toller Schlüsselfaktor sein.

  • ausschließlich biologisch erzeugte Produkte essen
  • gesunde Fette verwenden (Kokosfett, Butter, Olivenöl (kalt)
  • Omega 3
  • Tee statt Kaffee (oder zumindest reduzieren und mit einem kleinen Löffel Kokosfett pro Tasse)
  • Reichlich Wasser trinken
  • Zucker reduzieren

(um nur kurz die wichtigsten zu nennen).

Natürlich klappen diese Vorsätze nicht jeden Tag gleich. Auch bedingt durch unsere Endometriose können viele nicht immer Sport machen. Muss auch nicht sein. Erinnert euch immer wieder nur sanft daran, wenn es ganz schlimm ist, das es durchaus Möglichkeiten gibt sich zu helfen.

Gesunde Ernährung – viel Bewegung (am Besten in der frischen Luft) – viel Zeit- Geduld und ihr werdet bald Eure ganz eigene Tanz-Choreografin sein.

& vergesst nie: Wir sind perfekt so wie wir sind.
Eure Lisa. 

 

 

 

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