Das liebe Fräulein Visanne

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Ich war noch nie ein großer Fan von künstlichen Hormonen. Als pubertierender Teenager vom Land dachte ich mir mit 14 Jahren nicht viel als mir mein Frauenarzt nach meinem ersten Besuch bereits die Pille verschrieb. Ich klagte schon im Teenager Alter über höllische Regelschmerzen. Aber wenn sich niemand etwas schlimmes dabei dachte, dachte ich mir auch nichts – warum auch.

Nach meiner ersten Endometriose-OP im März 2016 (11 Jahre später) hieß es im Krankenhaus nach der OP, ich solle sofort mit einer Hormontherapie beginnen. Nach Nachfrage welche Pille mir der Arzt bei Endometriose empfehlen würde hieß es lediglich ich sollte meine „alte“ Pille nehmen. So weit so gut. Back to the roots – Haaallloo Yris!

Doch meine Endometriose lachte die Yris aus. Sie machte sich lustig, belächelte sie und fühlte sich keineswegs in ihrer Position angegriffen. So absolut gar nicht. Warum mir das niemand gesagt hat das die Yris Mite nichts für Endometriose Patienten ist? Ha – tja. Aber anscheinend sind ein Oberarzt der Gynäkologie in einem zertifizierten Endometriosezentrum und eine Frauenärztin noch nicht genug für so einen Ratschlag.

Von März bis September 2016 änderte sich an meinen Schmerzen absolut nichts – nicht mal ein bisschen. Im Gegenteil. Mein Sommer 2016 war nicht nur höllisch heiß, er war die Hölle. Ich legte einen Krankenhaus-Marathon zurück. Auf der Suche nach dem Warum.

Durch „Zufall“ stolperte ich im September über einen Endometriose-Spezialisten. Jetzt lachten schon 2 über die Yris Mite.

Ich fühlte mich zum Ersten mal ernst genommen, ein kleines bisschen Zuhause und weinte mir die Augen aus. Tränen vor Wut. Tränen über verlorene Monate.

Nun, ausgeheult. Dachte ich. Jetzt ging’s los mit der Visanne im Langzeitzyklus. Voller Vorfreude, Optimismus und siegessicher lief ich aus der Apotheke. Stolz diese Pille in der Hand zu halten und nicht mal dafür bezahlen zu müssen (kleiner Wink – mit hochgradiger Endometriose müsstet ihr für keine Pille mehr zahlen müssen).

Ich freute mich auf die kommenden Monate. Zu früh. Es dauerte geschlagene 8 Wochen, vielleicht sogar 8,5 und es lachte keiner mehr. Die Endometriose wurde zunehmend schwächer und schwächer – genau wie ich. Gewinnen fühlte sich als Kind irgendwie besser an dachte ich. Jeder einzelne Tag wurde anstrengender – länger – belastender und grauer. Ob ich gleich wusste das es an der Pille liegt? Pff… Der Frauenarzt sagte mir das chronische Erschöpfung und Müdigkeit weitere schwere Symptome der Endometriose sind. Also kämpfte ich weiter.

Bis nichts mehr ging. Mein Körper resignierte völlig. Es als Stimmungsschwankungen zu bezeichnen wäre eine Lüge. Ich heulte bis ich davon einschlief – hatte Angstzustände – keinen Appetit und zu nichts mehr Lust und Kraft. Ich folgte meiner inneren Stimme – meinem Bauchgefühl und Intuition und hörte auf dieses (für mich persönliche) Monster zu nehmen. Ich wusste das ich besser kämpfen kann wenn ich wieder „nüchtern“ werde.

Jetzt, 2 Monate danach kämpfe ich immer noch gegen die Schmerzen. Aber ich kenne wieder den Unterschied zwischen Gut und Böse – zwischen Tag und Nacht & blicke trotz allem positiv in eine schöne Zukunft (meistens jedenfalls, so 5-Minuten Aussetzer pro Tag sind erlaubt 😉 ).

Ich teile meine Geschichte deshalb, da ich selbst froh gewesen wäre zu wissen was künstliche Hormone anrichten können.Oder was es heißt eine Pille nicht zu vertragen. Ich selbst hätte es nie für möglich gehalten, hätte ich es nicht selbst erlebt.

Mein Beitrag sollte nun auf keine Fall heißen die Visanne nicht zu nehmen. Jede Frau, jeder Körper, jeder Hormonhaushalt ist verschieden. Solltet ihr künstliche Hormone gut vertragen & keine Beschwerden haben während der Einnahme – Jackpot. Hätte ich mir auch gewünscht. Freut euch & seit lieb zur Visanne, sie kann ein echtes Monster sein.

Wie ich nun mit naturidenten Hormonen gegen die Schmerzen ankämpfe, erfahrt ihr in einem meiner nächsten Blogbeiträge.

Ein hoch auf die Visanne & vergesst nie: Wir sind perfekt so wie wir sind.
Eure Lisa.

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu “Das liebe Fräulein Visanne

  1. Sanara Brooks schreibt:

    Huhu Lisa!
    Ich finde es toll, dass du deine Erfahrungen hier teilst! Das beweist einmal mehr, dass man in der Medizin stets das kleinere Übel wählen sollte, auch wenn es nicht immer die schulmedizinische Vorgehensweise ist.
    Machs gut! 😍

    Gefällt mir

  2. Sanara Brooks schreibt:

    Huhu Lisa!
    Ich finde des toll, dass du deine Erfahrungen hier teilst! Das beweist einmal mehr, dass man in der Medizin stets das kleinere Übel wählen sollte, auch wenn das nicht unbedingt die schulmedizinische Standardvorgehensweise ist.
    Machs gut! 😍

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  3. Simone Franke schreibt:

    Das ging mir auch so. Man kann gar nicht beschreiben, was künstliche Hormone mit einem machen können… Bei mir hat es 10 Jahre gedauert vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose 2013. Ich habe in diesen Jahren gelernt, was es für alternative Möglichkeiten gibt, die mir helfen und kann mitllerweile ganz gut mit der Endometriose leben (wenn ich sie kontinuierlich anwende). Mal mehr, mal weniger. Aber es ist lange nicht mehr so schlimm wie damals. Dazu habe ich ein eBook geschrieben und ein Blog habe ich auch. Schau doch mal rein.

    Herzliche Grüße aus Hamburg,
    Simone

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