Ein besserer Mensch durch Endometriose

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Ich geb es zu, klingt gewagt. Im ersten Moment fühlt sich die ein oder andere sogar verarscht. Aber ich verarsch niemanden & genau um das geht’s in diesem Blogbeitrag. Über dieses Thema zu schreiben und es auch wirklich so zu meinen dauerte. Es dauerte fast ein Jahr.

Ich erzählte bereits das ich seit meiner Pubertät mit chronischem Überflüssigem zu tun hatte. Rheumatoide Arthritis (äußert sich seit ein paar Jahren nun nicht mehr *holzklopf*) ausnahmsweise etwas das sich von selbst erledigte (hoffentlich). Gut, dauerte auch fast 10 Jahre. Anfang 20 lernte ich bereits für eine gewisse Zeit lang sehr auf meine Gesundheit zu achten. Damals hatte ich es müssen, heute will ich es tun.

Die Endometriose ist (bleibt aber hoffentlich nicht) eine unheilbare Erkrankung. Anfangs hasste ich meinen Körper dafür. Ich hasste ihn dafür das er es zugelassen hatte. Ich hasste ihn das er der Erkrankung nicht standhielt. Ich hasste das er mir Schmerzen bereitet. Ich hasste ihn. Fühlte mich schmutzig – unwürdig – nicht gut genug – nicht salonfähig – nicht „womenlike“. Als wäre ab dem Bauchnabel ein Stichsägen-ähnlicher Fremdkörper der mich um den Verstand bringen wollte. Mit Absicht.

Ich gab ihr nicht die Beachtung die sie wollte. Das Endomonster wollte mehr. Meine volle Aufmerksamkeit. Doch ich wollte meinen Alltag. Wollte meinen Job perfekt machen. Wollte mein Studium erfolgreich beenden. Wollte auf meinen Feierabend-Absacker mit Freunden nicht verzichten. Wollte quasi auf 3 Partys gleichzeitig tanzen. Ich wollte essen auf was ich Lust hatte. Wollte die „perfekte“ Partnerin für den besten Mann auf Erden sein. Wollte die perfekte Frau von nebenan sein.Wollte perfekt für alle sein. Es jeden Recht machen – nur nicht mir. Da war kein Platz die Endometriose in meinem Freundeskreis Willkommen zu heißen, bei so einem Freizeitstress.

Also entschied sich dieses kleine Monster zu wachsen. Vom Babymonster ins Erwachsenenstadium. Führte ganze Armeen an. Führte kalten Krieg auf meinen Eierstöcken. Machte sich breit wie schwarzer Schimmel. Ohne Kompromisse.

Dieser Sieg gebührte ihr. Sie gewann haushoch. Sie bestimmte meinen Alltag. Sie krallte sich meinen Job und mein Studium. Sie krallte sich meine Zukunftspläne. Sie krallte sich unter anderem auch die ein oder andere Freundschaft.

Doch das wichtigste blieb mir. Meine Lebensfreude. Ich realisierte keinen Krieg mehr führen zu wollen. Ich wollte kein Du & Ich mehr. Ich wollte ein Wir. Ich akzeptierte mit ihr zu Leben. Sie Willkommen zu heißen. Die Partys abzusagen, um mich ihr zu widmen und um gemütlich über die Zukunft nachzudenken.

Also ging ich gleich 10 Schritte zurück und atmete tief durch. Ich lernte/lerne mich noch mehr zu lieben als jemals zu vor. Ich ernähre mich wieder gesünder – höre mehr auf mein Bauchgefühl. Lerne Nein zu sagen. Schätze Freundschaften mehr als mir jemals möglich war. Genieße die guten Tage und feiere die schönen Momente in meinem Leben. Achte auf Kleinigkeiten. Bin dankbarer. Ehrlicher. Verzichte auf unnötige Streitigkeiten. Lerne was wirklich wichtig ist. Lerne die Meinung anderer neutraler zu betrachten (gut, ich geb’s zu da liegt noch ein ordentlicher Batzen vor mir). Ich lerne mich an die oberste Stufe zu stellen. Mich zuerst glücklich zu machen. Egoistischer zu sein, auf positive Art und Weise.

Ich lerne mit ihr zu leben und nicht gegen Sie. Mein Leben an die Endometriose anzupassen und nicht umgekehrt. Mir das Leben so einfach und schön zu gestalten wie nur möglich, ohne verzichten zu müssen. Ich lerne, die chronischen Schmerzen bereits als eine ausreichende Tagesleistung anzusehen. Ich rechne es mir groß an, jeden Morgen aufzustehen und das Leben Willkommen zu heißen.

Ich lerne darüber zu sprechen. Dazu zu stehen.Bilde mir weniger schlechte Meinungen über andere. Ich fühle mehr. Wachse über mich hinaus.

Die Endometriose hat mich und mein Leben verändert. Das negative daran, ich kann es nicht ändern daran erkrankt zu sein. Das positive? – Ich kann daraus machen was ich will. Ich kann Geschichte schreiben. Darauf stolz sein, stärker zu sein als andere es je sein müssen. Ich weiß nun das ich es kann, chronisch krank zu sein. Ich kann es und wurde daraus ein besserer Mensch.

Mein Körper braucht Hilfe und keinen Hass. Er braucht einen Freund der mit ihm durch die schweren Zeiten geht. Ein Zuhause.

Kümmere dich gut um ihn, er ist der einzige Ort den du zum Leben hast. Mach keine Therapien mit schlechtem Bauchgefühl. Mach das, was du für richtig hältst. Vertrau dir und lächle, für die schönen Zeiten die kommen werden.

Findloveyourbody & be your own healer. 
& vergesst nie: Wir sind perfekt so wie wir sind!
Eure Lisa. 

 

 

 

 

 

 

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