Die Sache mit dem Babybauch

IMG_4738Wenn es um das Thema „Schwanger werden mit Endometriose“ geht, teilen sich die Meinungen der Ärzte in alle Himmelsrichtungen.

Der eine Gynäkologe warnt dich unverschämt, ohne Mitgefühl und ohne Vorwarnung schon mal vor, nicht schwanger werden zu können. Der nächste meint, das schwanger werden quasi meine Heilung sein würde – aber natürlich nur wenn es überhaupt klappt. (Dieser Mythos danach beschwerdefrei zu sein kursiert leider). Der Dritte und der mir am sympatischsten lässt Dich wissen, dass es natürlich einfacher ist, ohne jegliche Vorerkrankungen Mama zu werden. Es aber nicht unmöglich – so wie nichts im Leben.

Die Diagnose Endometriose zu erhalten war einfach für mich. Denn ich konnte mir darunter nichts vorstellen. Ich wusste nicht wie sehr es mein Leben verändert. Mein Verhalten. Meine Einstellung. Meinen Alltag. Mein Sozialleben. Meine Denkweise. Ich war sogar noch froh einen Namen für meine Unterleibsschmerzen, Blasenprobleme und Stimmungsschwankungen zu haben.

Die Endometriose schupfte mir nach und nach ihre Sachen zu. Ganz langsam und behutsam machte sie mich auf mein neues Leben bereit.

Dieser Babybauch, war eine Sache davon. Dieses Thema liegt ganz tief in meinem Herzen. Fast noch ein bisschen versteckt vor Angst es zuzulassen. Endoprinzessinen müssen stark sein. Das hab ich bereits gelernt. Nicht nur wegen der Schmerzen, auch wegen dem Ganzen Beigeschmack. Aussagen wie – ich würde an Ihrer Stelle gleich schwanger werden bevor es zu spät ist. Ahm, Entschuldigung? Ich bin momentan schwer damit beschäftigt mein Leben mit dieser Erkrankung auf die Zacken zu kriegen und dann soll da noch ein Baby her? Soll sich das alleine groß ziehen? Gleich mal vorneweg liebe Ärzte – lasst den Scheiß. Ganz ehrlich. Bringt uns nichts. Nicht mal ein bisschen. Klar, ihr könnt uns aufklären. Über die aktuelle Sachlage. Über die Zukunft mit Endometriose. Was passieren kann und was nicht. Sachlich und neutral. Aber bitte keine Ratschläge erteilen und schon am wenigsten über ein so sensibles Thema. Das wird nicht einfach mal bei einer 15 Minuten Behandlung in Beinspreitzpose besprochen.

Dieser Babybauch. Scheidet auch meine Geister. Ich könnte jetzt darüber berichten wie positiv ich das alles sehe – wie ich es bei allen anderen Themen auch versuche. Aber diese Geschichte ist zu persönlich und mehr als schwarz und weiß.

Dieser Babybauch raubte mir bereits viele Tränen. Nächte. Hoffnungen. Obwohl ich noch nichts darüber weiß. Nicht mehr als jede andere gesunde Frau. Ich fühlte mich unter Druck gesetzt, schwankte zwischen sofort schwanger werden versuchen auf  nie. Ich brauchte Zeit und viel Geduld.

Prinzipiell wäre der nie perfekte Zeitpunkt perfekt. Mein Freund liebt Kinder. Wir leben in einem schönen Haus. Finanziell würde sich’s ausgehen. Zeit hätte ich genug. Was hält mich also davon ab? – Mein Leben. Meine Endometriose.

Ich bin noch nicht bereit. Ich bin noch nicht dafür bereit Mama zu sein. Und noch nicht bereit dafür, es nicht zu werden. Ich entscheide mich bewusst gegen den Rat der Ärzte es sofort zu versuchen. „Umso früher umso besser“ Für wen? Für meine Eierstöcke? Meine Gebärmutter? Oder für mich? Ich will in Hoffnung leben. Wenigstens noch ein kleines bisschen. Wird diese Hoffnung Realität, möchte ich stark genug sein, um mich meinem Babybauch widmen zu können. Voll und ganz und mit ehrlicher Vorfreude.

Ich bin noch nicht bereit, nicht bereit zu sein. Aber ich hab einen Plan – einen Plan der es mir leichter macht. Ich bin ein Schicksalsmensch – ich glaube ganz fest daran, das alles im Leben einen Sinn hat. Auch die schlechten Dinge. Auch die Endometriose. Sollte es nicht klappen, werde ich vor irgendetwas beschützt. Sollte es klappen, soll es bedeuten auf Statistiken zu pfeifen.

Um glücklich zu sein, muss ich nicht in die Zukunftsgesellschaft passen. Mein Leben muss mich glücklich machen. Meine Liebe zu anderen. Die Liebe zu mir selbst. Sollte ich vielleicht nie einen Babybauch bekommen, muss es nicht heißen keine schlaflosen Nächte zu haben. Viele wunderbare Babys und Kinder warten darauf in liebevolle Familien zu kommen. Oder vielleicht gründe ich eine Welpenpension? 🙂

Fakt ist, das mich dieses Thema sehr beschäftigt. Ob positiv oder negativ. Ob voller Hoffnung oder Pessimismus. Noch weiß ich aber nicht mehr, als jede andere gesunde Frau. Eine Mami zu werden, kann vieles bedeuten. Eine Mami von seinem eigenen Kind. Eine Mami von einem adoptieren Kind. Eine Hundemami. Eine Katzenmami. Eine Pflegemami.

Am wichtigsten ist, sich selbst treu zu bleiben. Sich darüber klar zu werden was „Leben & Zukunft“ für einen bedeutet und auf alles vorbereitet zu sein.

Wenn du wissen willst, wer du warst, dann schau, wer du bist. Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust. 


& vergesst nie: Wir sind perfekt so wie wir sind!

Eure Lisa. 

 

 

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