Viel zu oft scheiße gesagt, weil’s wichtig war.

IMG_3087Ich hab wieder mal Lust was zu schreiben. Das Thema Akzeptanz schwirrt mir seit einiger Zeit wieder mal durch den Kopf. Dieses mal sehr intensiv und ohne Pause. Ich weiß auch, das es sehr schwierig sein wird es euch näher zu bringen. Aber ein Versuch ist es immer wert. 🙂

Mit dem Erwachsen sein lernt man Dinge zu akzeptieren, die einem eigentlich überhaupt nicht passen. Ich z.B. hatte schon mehrmals einen Job akzeptiert, den ich nicht mochte. Oder einen Preis für ein Kleidungsstück akzeptiert, obwohl ich es viel zu teuer fand (passiert mir heute noch ständig :)). Ich habe schon mehrmals Situationen akzeptiert, obwohl ich mich unwohl fühlte. Auch Restaurants, Kinofilme, das Wetter, den Winter, meine Kaffeesucht, Menschen, Anforderungen und 40 Grad im Schatten, was mir eigentlich viel zu heiß ist.

Nun erhielt ich im Februar 2016 die Diagnose Endometriose und auf einmal fiel mir ein, mal etwas nicht zu akzeptieren. Nämlich mich. Auf einmal. Bei so einem persönlichen und wichtigen Thema. Ich hatte mich winselnd dagegen gewehrt. Hatte einen Teil von mir somit wissentlich abgestoßen. Mich. Mein Zuhause. Dumm. Wirklich. Dumm. Dümmer geht es nicht. Warum? Weil ich auch hier, vorerst, mal nichts dagegen tun kann. Das gleiche Problem wie mit dem Wetter.

Ihr wollt ein besseres Leben trotz Endometriose? Dann akzeptiert es. Akzeptiert eure Erkrankung. Akzeptiert, das es da etwas gibt, mit dem ihr arbeiten müsst. Ignoriert es nicht länger und beleidigt es nicht. Diese Erkrankung zu akzeptieren heißt nicht sie zu mögen. Aber ihr könnt es nicht ändern. Nicht in dem ihr euch dagegen wehrt.

Ein einfaches Beispiel: Angst vor Spinnen wird so entgegengewirkt, das sie einem vor die Nase gehalten werden. Oder? Bis hin zum streicheln und sie in den eigenen Händen halten. Eine Flugangst oder Platzangst wird so entgegengewirkt, in ein Flugzeug zu steigen oder in ein Konzert zu gehen. Das gleiche gilt für Erkrankungen.

Eure Angst mit der Endometriose leben zu müssen, könnt ihr so entgegenwirken, euch mit ihr auseinander zu setzen. Und mit auseinander setzen meine ich nicht sich 24 Stunden lang in irgendwelchen Foren aufzuhalten, Horrorstories zu lesen oder einen Ärztemarathon hinzulegen. Mit „sich auseinander setzen“ meine ich im positiven Sinne. Mit sich selbst beschäftigen. Sich etwas gutes tun. Zu akzeptieren, eine Erkrankung zu haben, jedoch nicht die Erkrankung zu sein. Akzeptieren, dass das Leben vielfältig, kreativ, bunt und überraschend ist und es nicht heißen muss ein Leben lang Schmerzen zu haben (nur weil es vielleicht momentan so ist). Zu akzeptieren, nun vielleicht ein anderes Leben führen zu dürfen.

Mit euren Gedanken erschafft ihr eure ganz eigene Welt. Niemand sieht die Welt so, wie ihr sie seht. Eurer Leben gibt es genau einmal. Ist diese Welt täglich von traurigen und wütenden Gedanken auf sich selbst geprägt, spiegelt sich dies in eurem Alltag wieder. Der wichtigste erste Schritt ist, zu akzeptieren das ihr dieses Schicksal nicht ändern könnt. ABER ihr könnt damit umgehen wie ihr wollt. Die Entscheidung euch diese Erkrankung zu geben, traf das Schicksal. Was ihr daraus macht, entscheidet ihr.

Ich behaupte mit diesen Worten nicht, das ich das bereits geschafft habe. Nein. Aber ich beschäftige mich damit, wenn es sein muss bis an mein Lebensende. Denn wenn ich etwas möchte, dann ist es mich selbst zu lieben. So wie ich bin. Ich weiß das es scheiße ist, chronische Schmerzen zu haben. Ich weiß, das es scheiße ist, an Endometriose erkrankt zu sein. Aber wenn ich nicht lerne, mich zu akzeptieren so wie bin und zu verstehen das ich so viel mehr kann als eine Erkrankung zu haben, dann bleibt es halt eben auch scheiße & ich habe keine Lust, mich ein Leben lang scheiße zu finden.

Ich bin eine Frau mit Endometriose. Eine tolle Frau mit Endometriose. Aber in erster Linie bin ich eine Frau die akzeptiert Endometriose zu haben. Weil das mein ganz persönlicher erster Schritt in ein erfüllendes Leben trotz Schmerzen ist.

„If you don’t love your body, he will never love you back“. Ehrenwort.

Viel Liebe, Lisa

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