Es wird Zeit Danke zu sagen.

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Die letzten Tage im Jahr 2017 stehen vor der Tür & ich habe irgendwie das Gefühl Danke sagen zu wollen. Ein Danke an mich selbst, ein Danke an das Leben.

Letztes Jahr um diese Zeit lag ich mit Mascara verschmierten Augen auf der Couch. Mein ständiger Begleiter waren schreckliche Unterleibsschmerzen, ein riesengroßes schlechtes Gewissen gegenüber meinen Mitmenschen, das Gefühl nicht genug zu sein, Zukunfts- und Erwartungsängste und keinen Plan was ich mit mir und meiner Endometriose anfangen soll. Das Jahr 2017 war also anfangs noch etwas dunkel, holprig und still.

Ich hatte mich Anfang Jänner schon dafür entschieden, mit der „Visanne“ wieder aufzuhören. Hatte mir bereits einen Termin bei einem Spezialisten vereinbart gehabt, der mit „naturidentem Progesteron“ arbeitet. Meine Hormonkapseln wurden wieder gefüllt. Das dauerte zwar etwas, aber anstatt pechschwarz war meine Zukunft im Frühling gefühlt nur noch mausgrau.

Ich wurde zwangsbedingt zu einer Pause zitiert. Eine Pause vom Alltag. Eine Pause von der „Muss-und der schnelllebigen Gesellschaft“. Eine Pause für mich und meine Seele, für mich und meiner Endometriose. Anfangs fühlte es sich so an als hätte ich versagt. Zum Ende hin verstand ich, das ich genau das gebraucht hab, um über mich hinauszuwachsen. In meiner dunkelsten Zeit in meinem Leben, fing ich an mich zu verändern.

Dieses Jahr hat sich viel verändert, viel wurde intensiver, viel wurde noch schöner als zuvor und etwas wurde sogar weniger. Meine Schmerzen. Im Gegensatz zum letzten Jahr kann ich behaupten, weniger spürbare Schmerzen zu haben. Spürbar deswegen, da ich diese zwar „nur“ wegen der Schmerztherapie nicht spüre (vermute ich, wissen tut es niemand), aber besser als nichts. Punkt 1 für das ich dankbar bin. Danke für die medikamentöse Schmerztherapie. Danke für diesen Menschen, der mir diese vermittelt hat. Danke, dass mein Körper der Schmerztherapie standhält. Danke an die Endometriose, dass sie sich darauf einlässt. Den Ursachenbrecher für die Endometriose hab auch ich leider noch nicht erforscht, aber Methoden gefunden um mir wieder einen Alltag zu ermöglich. Zusätzlich zur Schmerztherapie versuche ich mich mit alternativen über Wasser zu halten. TCM Kräutertherapie, Akupunktur, entsprechende Ernährung nach TCM und Yoga sind bislang meine Lieblingsbegleiter.

Verändert hat sich auch so einiges. Ich bin seit Mai 2017 nicht mehr im Krankenstand, sondern in Bildungskarenz. Heißt, ich mache seit Mai 2017 eine Ausbildung für meine Seele. Ich lerne/lernte mir Methoden an, um die Schmerzen besser auszuhalten, um emotional besser damit klar zu kommen, aber auch Methoden mit der die Schmerzen auch tatsächlich gelindert werden können. Punkt 2 für das ich dankbar bin. In erster Linie, DANKE an meinen Arbeitgeber der mir das beruflich gesehen, ermöglicht hat. Ohne deinen Beistand hätte ich diese Ausbildung nicht anfangen können. Ich werde dir das nie vergessen! Im November war ich dann so voller Tatendrang, das sogar noch eine 2. Ausbildung her musste.

Viel wurde intensiver. Auch das. Tatsächlich. Meine Liebe zu mir selbst. Meine Einstellung zum Leben. Freundschaften und Beziehungen. Ich sehe die Welt durch andere Augen. Sehe vieles liebevoller. Konnte viel (noch nicht alles) aber viel Ballast von der Vergangenheit abschütteln. Viel Mitgetragenes einfach liegen lassen.

Danke an das Leben für meinen Freund. Der mir seelisch, zwischenmenschlich und voller Liebe zur Seite steht. Du bist mein Zuhause. Du gibst mir Leben. Du liebst mich so wie ich bin und machst mich vollkommen. Du stehst immer hinter mir, egal wie chaotisch und risikoreich meine Ideen auch sind. Du glaubst an mich und unterstützt mich wo du nur kannst. Unsere Beziehung ist noch so jung und musste schon so viel Negatives erleben. Doch uns ließ es nur noch näher zusammenrücken.

Danke an das Leben für meine Familie und Freunde, die verstehen wenn bereits ausgemachte Treffen schmerzbedingt wieder abgesagt werden müssen. Die verstehen, das ich nun eher auf der Couch zu finden bin als auf der Tanzfläche.

Danke für all die Tage, an denen mich meine Endometriose weniger plagte. Danke für all die neuen Menschen, die in mein Leben getreten sind. Danke für all die veränderten Einstellungen und Sichtweisen. Mein Herz hat nun keinen Platz mehr für Hass. Mein Herz ist voller Hoffnung, Liebe und Verstand. Danke das ich lernte, den Menschen zuerst ins Herz zu schauen als „nur“ in ihr Gesicht. Danke dass ich lernen durfte, mir selbst zu verzeihen, für vieles auf das ich nicht stolz bin.

Danke für dieses Jahr. Danke für diese Reise. Danke für diese Auszeit. Es wartet ein neues Jahr auf mich. Ich weiß nicht was auf mich zukommt. Ich weiß nicht wie es sich entwickelt. Was ich aber weiß ist, dass ich alles schaffen kann, solange ich ich bin. Solange ich aus meinem Herzen heraus entscheide und nicht weil es andere möchten. Ich weiß das ich alles schaffen kann, solange ich immer versuche mein Bestes zu geben, egal wie gut „mein Bestes“ für andere aussehen mag.

Danke liebes Leben, für alles. Danke das ich zwei gesunde Füße habe, die mich durch’s Leben gehen lassen. Danke für zwei gesunde Augen, für einen funktionierenden Verstand, ein Herz voller Liebe, zwei Hände voller Tatendrang und ein schlagendes Herz. Danke für all die schwierigen Zeiten in denen ich mich weiterentwickelte, für all die schönen Momente in denen ich zu Tränen gerührt war, für all die lustigen Momente in denen ich mir fast in die Hosen machte.

Mein kommendes Jahr wird aufregend, neu, schön und bestimmt voll mit vielen weiteren Herausforderungen.

Alles wird gut, wenn nicht gleich dann eben irgendwann. Bis dahin höre ich nicht auf an mir zu arbeiten, mit der Endometriose zu arbeiten, an meinem für mich perfekten Leben zu arbeiten, und glücklich zu sein.

Ich bin glücklich, so wie es ist. Natürlich könnte immer alles besser sein. Das Glas immer halb leer statt halb voll. Aber vertraut mir, es lebt sich leichter das Leben wertzuschätzen, als es zu verteufeln. Ihr müsst nicht immer grinsend durch den Tag laufen, es reicht manchmal auch wenn ihr es auf einen anderen Tag verschiebt. Wichtig ist nur dass ihr nicht vergesst, wie vollkommen eurer Leben ist, wenn ihr lernt es vom richtigen Winkel zu betrachten.

Ich weiß das ich nicht perfekt bin. Aber ich weiß das ich perfekt genug bin um glücklich zu sein.

Eure Lisa.

Ein Gedanke zu “Es wird Zeit Danke zu sagen.

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