Ich fing an mich für das zu lieben, für das andere keinen Applaus geben würden.

Der März ist der Endometriose-Awareness Monat und für mich somit ein Monat von Bedeutung. Ich möchte ein paar Gedanken dazu loswerden, auf was genau ich hinaus will, bin ich mir aber noch unsicher.
Es war ein sehr spannendes und vor allem lehrreiches Jahr für mich und ich kann mich noch gut an den März 2016 erinnern an dem ich operiert wurde. Auch an die Person die ich damals war. An die Person die sich für diese OP entschieden hatte, als wäre es das einzige auf der Welt das mir hilft. Ich war noch so klein im Kopf. Ich war noch so unpersönlich mit mir selbst. Noch so unerfahren und blind vor lauter Schmerzen und Ärzten. In dem ersten Jahr passierte nicht viel, außer von Krankenhaus zu Krankenhaus zu laufen um endlich eine Lösung für mein Problem zu finden. Dabei entfernte ich mich immer weiter weg von mir. Ich verstummte. Fügte mich den Ratschlägen und ertrank im Selbstmitleid. Ich hatte keine Ahnung mehr und kein Gespür mehr dafür, wie wertvoll mein Leben trotz allem ist. Ich war komplett verloren. Tabletten und Hormonverwirrt legte sich ein Nebel über meine Gedanken und vereinnahmte mein Herz. Ich hatte verlernt was es heißt auf sich selbst Acht zu geben. Ich hatte verlernt auf mein Bauchgefühl zu hören. Ich hatte verlernt zu leben. Mein Herz sehnte sich danach gehört zu werden. Meine Seele schrie nach mir. Als dann wirklich nicht’s mehr ging, wusste ich, wenn ich jetzt nichts ändere, bin ich raus.
Ich dachte eigentlich das ich das schlimmste bereits hinter mir hatte. Das Schmerzen das schlimmste sind was man einem Körper antun kann. Doch ich lag falsch. Und wie falsch ich lag. Das schlimmste das ich mir jemals antun konnte, ist meine ganze Verantwortung über meine Gesundheit wem anderen zu überlassen. Das schlimmste das ich jemals tun konnte ist es, sich für mich zu schämen, mich wegen meiner Schmerzen zu hassen. Das schlimmste das ich mir jemals antun konnte ist zu verlernen auf meine eigene Kraft zu vertrauen. Die Entscheidung war getroffen. Ich musste etwas ändern. Wenn ich jemals wieder ein glückliches Leben führen will, trotz Erkrankung, MUSS sich was ändern. Also legte ich los und 12 Monate später kann ich behaupten auf einen sehr guten Weg zu sein. Noch lange nicht angekommen, aber alleine die Reise dorthin ist einer der schönsten Erfahrungen, die ich wahrscheinlich jemals machen darf.

Ich begann meine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Und zwar nicht gemeint wie, ich recherchiere ALLES über die Endometriose selbst und werde mein eigener Arzt. Nein. Ich fing an wieder selbst Verantwortung über mein Leben zu nehmen. Ich fing an, meine innere Welt nicht von der äußeren Welt zerstören zu lassen. Ich fing an, wieder mich selbst zu lieben, so wie ich nunmal bin. Mit allen Ecken, Kanten und Kreisen und Zylindern und allem was es gibt. Ich fing an mich für das zu lieben, für das andere keinen Applaus geben würden. Ich fing an, zuerst mich zu ändern, im positiven. Mein Glück im Kopf nicht von äußeren Umständen abhängig zu machen. Mein Mindset, meine Gedanken zu ändern. Ich fing an, mich unabhängig von allen Endometriose-Spezialisten und Ratschlägen zu machen die ich nicht für gut befand. Ich fing an mein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, mehr als jemals zuvor.

Und das ist der Punkt, an den ich heute kommen will. Findet wieder zurück in euer Herz und zurück in euer Glück. Nehmt eure Gesundheit selbst in die Hand. Seid motiviert. Seid achtsam und liebevoll mit Euch selbst. In euch steckt so viel Kraft, Ausdauer und Überlebenswille wie in keinem anderen Menschen. Mit einer Erkrankung zu leben ist schwer. Mit einer Erkrankung glücklich zu leben, noch schwieriger. Sich zu lieben, trotz Schmerzen, das schwierigste was es gibt. Doch eines kann ich euch versprechen (und das ist wahrscheinlich das einzige mal das ich etwas versprechen kann) es ist möglich und wenn ihr an den Punkt kommt, glücklich zu sein obwohl ein gefühlter Tornado durch euren Körper fegt, werdet ihr weinen vor Glück. Euch werden die Tränen über euere Wangen fließen und eurer Herz wird aufatmen, das es endlich wieder gehört wird. Sie hat ihren Besten Freund zurück. Euch selbst. Esst gesund, gönnt euch Ruhe und Zeit für euch selbst. Übt euch in Dankbarkeit. Konzentriert euch auf das schöne im Leben, auf das Gute, wundervolle, einzigartige Leben das uns geschenkt wurde. Und alles andere wird von alleine passieren. Ihr werdet sehen.

Wir haben es verdient glücklich zu sein. Und das schöne ist, diesen Part können wir selbst übernehmen. Ohne Schulmedizin. Ohne Chirurg. Ohne Pille. Ohne allem was ihr nicht wollt. Auch wenn es sich nicht immer so anfühlt, das Leben hat uns alles notwendige dafür mitgegeben um es Wirklichkeit werden zu lassen. Wir müssen nur wieder lernen hinzuhören.
Fühlt euch umarmt.
Eure Lisa.

3 Gedanken zu “Ich fing an mich für das zu lieben, für das andere keinen Applaus geben würden.

  1. Rani schreibt:

    Sehr schöne Gedanken! Du kannst echt stolz auf dich sein! Selbstliebe ist der wichtigste Schlüssel zum Heiligen werden. Wenn gleich Heilung sein nicht immer gesund sein bedeutet, so bringt uns die Liebe in einen Zustand der Vollständigkeit und das ist Glück ❤

    Gefällt 1 Person

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