Mein Herz entscheidet wo’s lang, geht keine Diagnose

Wenn ich früher das Wort psychosomatisch gehört hatte, kam mir mein Frühstück hoch. Psychosomatisch bedeutete damals für mich, dass ich mir all meine Schmerzen bloß einbilde. Das nichts davon real ist. Es bloß in meinem Kopf weh tut. Ich war schon immer jemand, der ganzheitlich dachte. Den Menschen als Ganzes zu sehen. Doch bereit dazu, die Psyche in meine Erkrankung miteinzubeziehen, war ich erst letztes Jahr, mit 26 Jahren. Weit bin ich gekommen, dachte ich. Aber nicht weit genug. Es führte für mich kein Weg daran vorbei. Ich musste lernen, neu zu denken. Über mich und mein Leben neu zu denken, viel zu überdenken. Viel riskieren, viel fühlen und noch viel mehr umsetzen.

Heute bedeutet psychosomatisch für mich das meine Psyche, meine Gedanken, Glaubenssätze und Einstellungen sehr wohl eine Krankheit vl nicht auslösen aber beeinflussen kann. Ich bin kein Freund davon, wenn davon ausgegangen wird, das eine Krankheit bloß ausgebrochen ist, da man eine schwere Kindheit hatte, oder eventuell ein Scheidungskind ist. Nein. Ich glaube daran das für eine Krankheit alles erdenklich Existente an Zellen, Schicksalen, Gedanken, Ernährung, Lebenssituation, einfach alles so extrem blöd gelaufen ist, dass diese Krankheit sich seinen Weg suchen MUSSTE. Heute bin ich bereit dazu ihr Platz zu geben. Mit Kopf und Körper. Mit Psyche und Seele und vor allem in meinem Herzen.

„Ich bin nicht meine Gedanken“ – Heaven on earth, dachte ich. Es erklärte für mich alles. Und gab mir so viel Hoffnung. Du bist nicht deine Gedanken. Egal was du bist jetzt über dich denkst, über dich und deine Endometriose, über dich und dein Leben – DU KANNST ES JEDERZEIT ÄNDERN. Das ist das wundervolle daran. Du brauchst dafür kein Rezept, keinen Arzt, keinen Termin, kein volles Wartezimmer.

Es geht nicht darum was dir im Leben passiert, es geht darum wie du darauf reagierst. Im Leben passiert so vieles was wir leider absolut nicht in der Hand haben. Wir können leider, oder Gott sei Dank nicht alles steuern. Auf was wir aber immer zurückgreifen können, in einer Zeit voller Hoffnungslosigkeit, ist auf unsere Seele, auf unser Herz, auf unsere Gedanken. Wir können entscheiden, wie wir darauf reagieren. Wir leben in unserer eigenen kleinen Welt. Das Leben lebt nicht da draußen. Dein Leben entsteht nicht auf Social Media, auf der Straße oder im Klassenzimmer. Dein Leben entsteht in deinem Kopf.

Für mich heißt das nicht, das ich mir meine Endometriose wegdenken kann, physisch wegdenken. Für mich heißt es aber, das Schmerzen zu haben nicht gleichzeitig bedeutet unglücklich sein zu müssen und das Leben zu verpassen. Ich weiß das es nicht jeden Tag funktioniert. Tut’s auch bei mir nicht. Und das muss es auch nicht. Denn sich auch einfach mal seinem Schicksal hinzugeben bedeutet Stärke zu zeigen und mutig zu sein. Aber alleine das, ist für mich einfach zu wenig. Ich will mehr.

Wenn es laut Medizin möglich ist, psychosomatisch bedingt an Krankheiten zu leiden, muss es doch auch möglich sein psychosomatisch die Schmerzen zu lindern oder sie zu heilen, oder? Für mich ein klares Ja. Ich habe etwas womit ich mein Leben selbst verändern kann und das gibt mir Sicherheit die ich wertschätze.

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